Rund um die Uhr
Jede Station erfasst kontinuierlich pH-Wert, Sauerstoff, Temperatur und Trübung – das ganze Jahr über, auch außerhalb der Badesaison.
meer.zukunft.seen · 21 WAMO-Stationen · zwei Landkreise
Die Badegewässerqualität wird im Bestand über manuelle Probenahmen bewertet: alle vier bis sechs Wochen während der Hauptsaison, in der kalten Jahreszeit praktisch gar nicht. Was zwischen zwei Terminen passiert, bleibt unsichtbar.
Genau in dieser Lücke baut sich auf, was später zum Problem wird – Algenblüten, sinkende Sauerstoffwerte, eine kippende Schichtung. Eine Diagnose, die erst mit der nächsten Probe entsteht, kommt für Ämter und Badegäste zu spät.
Mit den WAMO-Stationen dreht sich das Verhältnis um: Die Daten liegen kontinuierlich vor, die Probenahme bleibt als Referenz bestehen.
Jede Station erfasst kontinuierlich pH-Wert, Sauerstoff, Temperatur und Trübung – das ganze Jahr über, auch außerhalb der Badesaison.
Die Messtechnik stammt von s::can und Badger Meter und ist seit Jahren in die WAMO-Plattform integriert.
Die Plattformen arbeiten solarbetrieben und brauchen weder festen Stromanschluss noch Datenleitung vor Ort.
Die Werte laufen automatisiert an die zuständigen Gesundheits- und Umweltämter, ohne Personalaufwand für jede einzelne Messung.
Gleiche Sensorik und gleiche Übertragung in beiden Landkreisen ergeben Messreihen, die sich zwischen den Gewässern vergleichen lassen.
Einundzwanzig Stationen erzeugen erst dann Wissen, wenn ihre Daten an einer Stelle zusammenlaufen. Gemeinsam mit der IKT-Ost AöR arbeitet e.Ray daran, die Messreihen beider Landkreise zusammenzuführen – über das SWIM-Portal, in dem Sensordaten und satellitengestützte Auswertung nebeneinanderliegen.
Für die Ämter heißt das: ein Zugang statt zwanzig Einzelmeldungen, und ein Überblick, der nicht mit dem Ende der Badesaison aufhört.
Die erste Station des Projekts nimmt im Neubrandenburger Tollensesee den Betrieb auf – zusätzlich zu den Beprobungen des Gesundheitsamtes, nicht an deren Stelle.
Ebenfalls in Neubrandenburg. Damit liegen erstmals zwei Gewässer im selben Verfahren nebeneinander.
Die übrigen Plattformen gehen in weiteren Seen der Mecklenburgischen Seenplatte und des Landkreises Vorpommern-Greifswald in Betrieb.
Mit den Landkreisen und der IKT-Ost AöR wird das SWIM-Portal so weiterentwickelt, dass beide Kreise denselben Datenstand nutzen.
meer.zukunft.seen wird von der IKT-Ost AöR in Neubrandenburg für die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald umgesetzt. Das Vorhaben gehört zu den vom Bund geförderten Modellprojekten Smart Cities, finanziert vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Neben dem Gewässermonitoring umfasst das Programm Maßnahmen zu E-Learning und digitaler Infrastruktur. Die WAMO-Stationen sind darin der ökologische Pfeiler – in einer Region mit über 2.000 Seen, weiten Flussläufen und Anbindung an die Ostsee.
Wer einen kippenden See behandeln muss, kommt zu spät. Wer den Trend sieht, hat Optionen.
Landkreis Vorpommern-Greifswald · 14. Mai 2025
Pressemitteilung des Landkreises zur nächsten Gewässergüte-Messstation, zu Wasser gelassen am Kutzowsee in Plöwen.
Landkreis Vorpommern-Greifswald · 22. April 2025
Pressemitteilung zur zweiten WAMO-Station im Landkreis, in Betrieb genommen am Zarrenthiner Kiessee.
NDR · 16. April 2025
Zur ersten schwimmenden Messstation im Kosenowsee bei Gützkow: stündliche Daten zu mehr als zehn Parametern, sechs weitere Stationen im Landkreis angekündigt, im Nachbarkreis Mecklenburgische Seenplatte bereits sieben in Betrieb.
ARD Nordmagazin · 17. April 2025
Fernsehbeitrag des NDR in der ARD-Mediathek.
Landkreis Mecklenburgische Seenplatte · 20. März 2025
Pressemitteilung zur Einweihung am Großen Stadtsee in Penzlin am 19. März: stündliche Messungen direkt im See statt Laborproben, Übertragung per Mobilfunk an die Fachämter.
Nordkurier · 31. März 2025
Regionalbericht zum Frühwarnsystem am Klostersee in Dargun.
Zwei Beiträge aus dem Journal begleiten das Vorhaben: die Reportage zur ersten Station und die Einordnung, warum zwei Landkreise gemeinsam in digitales Gewässermonitoring investieren.