Die Fragen, die vor
der Entscheidung kommen.
Produkttechnische Fragen stehen auf den Produktseiten, Fragen zum Maßnahmenkatalog im Beratungsbereich.
Grundlagen
Was die Systeme messen, wie sie zusammenspielen und was mit den Daten passiert.
Was ist WAMO?
WAMO ist eine automatisierte Messstation für das kontinuierliche Monitoring von Seen, Flüssen und weiteren Oberflächengewässern. Die Station erfasst die Gewässerparameter im 1- bis 15-Minuten-Takt und überträgt sie über Mobilfunk in SWIM. So werden Veränderungen sichtbar, die zwischen zwei Probenahmen unentdeckt bleiben.
Was ist SWIM?
SWIM ist die satellitengestützte Ergänzung. Wir werten Sentinel-2- und Landsat-Daten aus und leiten daraus Layer für Sichttiefe, Algen-Konzentration, Trübung und Chlorophyll ab – flächendeckend für ganze Einzugsgebiete, mit 10 bis 30 m pro Pixel und einem Update alle 3 bis 10 Tage. Geeignet für stehende und langsam fließende Gewässer ab etwa 5 ha.
Was ist mit dem e.Ray-Netzwerk gemeint?
WAMO misst punktgenau, SWIM misst flächendeckend, die Basisstation hält die Verbindung auch dort, wo kein Mobilfunk liegt. Erst die Kombination ergibt ein durchgehendes Lagebild: Die Satellitenauswertung zeigt, wo es kritisch wird, die Sensorstation zeigt, was dort genau passiert. Die Bausteine sind auch einzeln einsetzbar.
Ersetzt WAMO klassische Probenahmen und Laboranalysen?
Nein. WAMO ergänzt Probenahmen, Laboranalysen und biologische Untersuchungen um kontinuierliche Daten. Dadurch lassen sich kritische Zeitpunkte, kurzfristige Belastungsspitzen und räumliche Unterschiede gezielter erkennen. Laboruntersuchungen lassen sich anschließend besser planen und einordnen.
Was versteht e.Ray unter Wasserintelligenz?
Wasserintelligenz bedeutet, Messdaten, historische Daten, Wetterinformationen, Fernerkundung und Modelle so zu verbinden, dass daraus konkrete Entscheidungen entstehen. Das Ziel ist nicht mehr Datenmenge, sondern eine bessere Antwort auf die Frage: Was passiert im Gewässer, warum passiert es und wo sollte gehandelt werden?
Lassen sich vorhandene Messstellen und Datenquellen integrieren?
Ja. Bestehende Messstationen, Laborwerte, Pegeldaten, Wetterdaten und GIS-Informationen lassen sich einbinden; vorhandene Quellen fusionieren wir mit WAMO- und SWIM-Daten zu einem gemeinsamen Lagebild. Vor Projektbeginn prüfen wir Datenformate, Schnittstellen und die Qualität der vorhandenen Daten.
Für welche Gewässer eignet sich das System?
Für Seen, Flüsse, Kanäle, Rückhaltebecken, Talsperren, Badegewässer und Trinkwasserreservoirs. Messstellen und Sensorik werden nicht pauschal ausgewählt, sondern anhand der Gewässerstruktur und der jeweiligen Fragestellung.
Wie wird die Qualität der Messdaten sichergestellt?
Die Plattform ist herstelleroffen: Die Sensorik kommt von etablierten Profi-Herstellern wie s::can/Badger Meter, Endress+Hauser oder bbe moldaenke, optional auch YSI und OTT, nicht aus Eigenbau. Dazu kommen Plausibilitätsprüfungen, Wartung und Kalibrierung. Jeder Wert trägt eine Qualitätskennzeichnung: Auffällige Werte werden markiert und im Mess- und Gewässerkontext bewertet, statt als gesicherte Erkenntnis ausgegeben zu werden.
Wem gehören die erhobenen Daten?
Ihnen. e.Ray betreibt Messtechnik und Plattform, die Daten Ihres Gewässers bleiben Ihre. Gehostet wird in der EU, DSGVO-konform und ohne Drittland-Transfers. Zugriff, Nutzungsrechte, Speicherdauer und Weitergabe werden vor Projektbeginn schriftlich vereinbart – einschließlich der Frage, was intern bleibt, was zwischen Beteiligten geteilt und was öffentlich dargestellt wird.
Was kostet ein Monitoring?
Das hängt von Gewässergröße, Parametern, Zahl der Messstellen und Laufzeit ab; Preise nennen wir deshalb projektbezogen auf Anfrage. Kostenfrei einsteigen können Sie über die SWIM-Erstanalyse: eine Beispielkarte und ein Bericht über die letzten 12 Monate Ihres Gewässers, als Grundlage für die Entscheidung über einen Dauerbetrieb.
Wie schnell ist eine Station einsatzbereit?
Die Standard-Lieferzeit liegt bei 6 bis 10 Wochen. Das Setup vor Ort ist an einem Tag erledigt: Verankerung, Einschwimmen, Cloud-Anbindung und Sensor-Kalibrierung.
Macht e.Ray auch Gewässersanierung oder nur Monitoring?
Beides, in dieser Reihenfolge. Am Anfang steht die Messung, daraus folgen Gewässeranalyse, Auswahl und Planung der Maßnahmen, die grundnahe Belüftung als eigener technischer Baustein und die Wirkungskontrolle im Betrieb. Bauliche Eingriffe wie Entschlammung oder Uferumbau führen Fachfirmen vor Ort aus; wir koordinieren sie und weisen nach, was sie im Gewässer bewirken.
Was sind Nanobubbles und was können sie leisten?
Nanobubbles sind sehr kleine Gasblasen. Sie verhalten sich anders als grobe Luftblasen und verbleiben länger im Wasser, statt rasch aufzusteigen. Damit lässt sich Sauerstoff dort einbringen, wo er biologisch und chemisch am wichtigsten ist: grundnah, im Übergang zwischen Sediment und Wasser. Eine solche Sauerstoffversorgung kann sauerstoffarme Zonen verkleinern und den aeroben Abbau organischer Substanz unterstützen. Wie deutlich das ausfällt, hängt vom Gewässer ab und zeigt sich erst in den Messwerten.
Wie werde ich Partner von e.Ray?
Schreiben Sie uns, worum es Ihnen geht. Wir arbeiten mit Initiativen und Vereinen vor Ort zusammen, mit Service- und Vertriebspartnern in den Regionen, mit Unternehmen für Wasser- und Klimaprojekte sowie mit Forschung, Limnologie und Sensorik. Im ersten Gespräch klären wir, welche Form der Zusammenarbeit trägt und was beide Seiten einbringen. Die Partnerseite zeigt, mit wem wir bisher arbeiten.
Wir sind ein Verein und möchten uns um unser Gewässer kümmern. Geht das?
Ja. Wir unterstützen Initiativen, Vereine und einzelne Engagierte, die sich um ihren See, Teich oder Bach kümmern. Sagen Sie uns, um welches Gewässer es geht und was Sie dort beobachten. Danach klären wir gemeinsam, was sich sinnvoll messen lässt, welche Daten bereits vorliegen und wie aus dem Engagement ein Ergebnis wird, das sich auch gegenüber Kommune und Behörde vertreten lässt.
Kommunen und Landkreise
Verkehrssicherungspflicht, Badesaison, Gewässerunterhaltung und der Nachweis vor dem Gremium.
Welchen konkreten Nutzen hat kontinuierliches Gewässermonitoring für eine Kommune?
Sie erhalten frühzeitig Hinweise auf Blaualgenrisiken, Sauerstoffmangel, außergewöhnliche Trübungen oder Pegelveränderungen. Maßnahmen lassen sich dadurch gezielter einleiten, unnötige Kontrollfahrten entfallen, und jede Entscheidung ist im Nachhinein belegbar.
Wie hilft Monitoring bei Blaualgen und Badegewässerproblemen?
WAMO erkennt steigende Phycocyanin- und Chlorophyll-Werte und gleicht sie mit hinterlegten Schwellwerten und Trendmodellen ab – typisch 24 bis 72 Stunden vor der sichtbaren Algenblüte. Einen verbindlichen Cyanotoxin-Nachweis ersetzt das nicht, ermöglicht aber die frühere Risikobewertung und die gezieltere Probenahme. So lassen sich vorschnelle Sperrungen ebenso vermeiden wie verspätete Reaktionen.
Lassen sich Schließtage an Badeseen reduzieren?
Kontinuierliche Daten schaffen eine bessere Grundlage für zeitlich und räumlich differenzierte Entscheidungen. Gesundheitsämter und Betreiber können kritische Entwicklungen früher untersuchen und Entwarnungen besser absichern. Die formale Entscheidung über eine Sperrung bleibt bei der zuständigen Stelle.
Ist die Lösung vergabefähig?
Wir liefern die für Ausschreibungen üblichen Nachweise und stellen Referenzen vergleichbarer Auftraggeber bereit. Leistungsbeschreibung und Losschnitt stimmen wir vor der Ausschreibung mit Ihnen ab.
Wie hilft Monitoring bei der Gewässerunterhaltung?
Messdaten zeigen, welche Gewässerabschnitte besonders belastet sind und welche Problemlagen wiederkehren. Unterhaltungsmaßnahmen lassen sich dadurch nach tatsächlichem Bedarf priorisieren. Langfristig ist außerdem prüfbar, ob eine Maßnahme die gewünschte Wirkung erzielt hat.
Lässt sich WAMO für Starkregen- und Hochwasservorsorge einsetzen?
Ja. Wasserstands-, Niederschlags- und Abflussinformationen lassen sich mit vorhandenen Messpunkten und lokalen Risikokarten verbinden; daraus entstehen standortspezifische Warnschwellen und Informationsketten. Die Basisstation arbeitet autark und hält die Verbindung auch dann, wenn lokale Netze ausfallen. Für ein belastbares Warnsystem sind immer Einzugsgebiet, Reaktionszeiten und lokale Gefahrenpunkte zu berücksichtigen.
Können Bürger:innen auf ausgewählte Daten zugreifen?
Ja. Ausgewählte Daten lassen sich über ein öffentliches Dashboard oder die kommunale Website bereitstellen, während interne Mess-, Alarm- und Fachdaten davon getrennt bleiben. So entsteht Transparenz, ohne ungeprüfte Einzelwerte vorschnell zu veröffentlichen.
Wie hoch ist der Personalaufwand?
Gering. Die Stationen laufen solar-autark, die Wartungsintervalle liegen je nach Gewässer bei 3 bis 6 Monaten. Statt manueller Dauerbeobachtung melden sich Alarme bei den Verantwortlichen.
Wie schnell lässt sich ein Pilotprojekt umsetzen?
Ein Pilot beginnt mit der Auswahl von Gewässer, Fragestellung und Messpunkten; anschließend werden Sensorik, Datenübertragung, Zuständigkeiten und Wartung abgestimmt. Bei der Standard-Lieferzeit von 6 bis 10 Wochen ist ein Pilot damit innerhalb einer Saison arbeitsfähig – und dient als Grundlage für den späteren Ausbau eines kommunalen Messnetzes.
Gibt es Unterstützung bei Förderprojekten?
Ja. Wir unterstützen Kommunen und Landkreise bei fachlichen Monitoring- und Evaluierungskonzepten, etwa in den Feldern natürlicher Klimaschutz, Gewässerentwicklung, Starkregenvorsorge und digitale Daseinsvorsorge. Welche Förderlinie trägt, hängt vom jeweiligen Programm ab; wir beraten zur passenden Auswahl.
Ersetzt eine Belüftung die Sanierung der Ursachen?
Nein. Belüftung ist eine unterstützende Maßnahme, kein Ersatz für die Arbeit an den Ursachen. Solange Nährstoffe aus dem Einzugsgebiet nachlaufen, bleibt der Druck auf das Gewässer bestehen. Eine gezielte Sauerstoffversorgung kann Stressphasen abmildern und Zeit verschaffen, während Zuflussmanagement, Pufferstreifen oder die Behandlung des Sediments an der Ursache ansetzen. Welche Kombination trägt, ergibt sich aus der Gewässeranalyse.
Was kostet eine Gewässerbelüftung ungefähr?
Das lässt sich seriös erst nach der Gewässeranalyse beziffern. Die Auslegung richtet sich nach Tiefe, Fläche, Schichtung und Energieversorgung – eine grundnahe Nanobubble-Strecke kalkuliert sich anders als ein einzelner Belüfterstab. Wir nennen den Rahmen im Angebot, sobald der Bedarf feststeht, und trennen dabei Anschaffung und laufenden Betrieb.
Wasserverbände und Betreiber
Einzugsgebiete bewirtschaften, Anlagen sicher betreiben, Wirkung nachweisen.
Wie lässt sich ein ganzes Einzugsgebiet überwachen?
Messstellen werden entlang der relevanten Zuflüsse, Gewässerabschnitte und Belastungsschwerpunkte angeordnet und mit der flächendeckenden Satellitenauswertung kombiniert. So entsteht ein räumliches Bild der Gewässerentwicklung: Sie sehen, wo Belastungen entstehen und an welchen Stellen Maßnahmen voraussichtlich den größten Effekt haben. Das Flächen-Monitoring ist genau für diese Skalierung über viele Gewässer gebaut.
Welche Betreiber setzen WAMO ein?
Betreiber von Talsperren, Trinkwasserreservoirs, Badegewässern, Kläranlagen, Rückhaltebecken, wasserwirtschaftlichen Anlagen und industriell genutzten Gewässern.
Welche betrieblichen Risiken werden früher erkannt?
Sauerstoffmangel, starke Temperatur- oder Trübungsveränderungen, erhöhte Algenaktivität, ungewöhnliche Leitfähigkeitswerte, veränderte Wasserstände und auffällige Entwicklungen nach Niederschlagsereignissen.
Lassen sich kurzfristige Einträge nach Starkregen erkennen?
Ja. Kontinuierliche Messungen machen Veränderungen durch Oberflächenabfluss, Mischwasserentlastungen und andere ereignisbezogene Einträge sichtbar, die bei einzelnen Stichproben leicht verpasst werden. Die Messdaten liefern zunächst Indikationen; die genaue stoffliche Zuordnung kann ergänzende Probenahmen oder Laboranalysen erfordern.
Lassen sich individuelle Warnschwellen einrichten?
Ja. Schwellen und Eskalationswege werden gemeinsam mit Ihnen an Standort, Nutzung und betriebliche Reaktionsmöglichkeiten angepasst. Entscheidend ist, starre Grenzwerte mit zeitlichen Entwicklungen und mehreren Parametern zu verbinden, um Fehlalarme zu reduzieren.
Sind Alarme und Quittierungen dokumentiert?
Ja. Jede Benachrichtigung und jede Quittierung wird nachvollziehbar protokolliert – prüfungs- und gremienfest.
Lässt sich WAMO für Trinkwasserreservoirs einsetzen?
Ja. Kontinuierliche Messungen zeigen Veränderungen der Rohwasserqualität und Risiken wie Schichtung, Sauerstoffmangel oder erhöhte Algenaktivität frühzeitig an. Der analytische Nachweis von Cyanotoxinen oder anderen Schadstoffen bleibt Aufgabe geeigneter Laborverfahren.
Sind Messungen in unterschiedlichen Wassertiefen möglich?
Ja. Für geschichtete Seen und Talsperren sind profilierende oder tiefendifferenzierte Messkonzepte sinnvoll. Damit lassen sich Temperatur- und Sauerstoffschichtungen sowie kritische Entwicklungen in tieferen Wasserschichten untersuchen.
Lassen sich Einleitungen oder Anlagenwirkungen überwachen?
Messstellen oberhalb und unterhalb einer Einleitung machen zeitliche Veränderungen sichtbar. Für eine belastbare Bewertung müssen Abfluss, Wetter, Hintergrundbelastung und weitere Einträge berücksichtigt werden. Das Messkonzept entwickeln wir deshalb gemeinsam mit Ihnen und gegebenenfalls der zuständigen Behörde.
Lassen sich Maßnahmen zur Renaturierung oder Nährstoffreduktion begleiten?
Ja. Dafür werden Ausgangszustand, Zielgrößen und geeignete Vergleichsbereiche definiert; die Entwicklung wird vor, während und nach der Maßnahme beobachtet. So entsteht ein belastbarerer Wirkungsnachweis als durch einzelne Momentaufnahmen.
Wie hoch ist der Wartungsaufwand?
Die Wartungsintervalle liegen je nach Gewässer bei 3 bis 6 Monaten; konkret hängen sie von Sensorik, Bewuchs, Sedimentbelastung und Messintervall ab. Für jedes Messnetz entsteht ein eigenes Wartungs- und Qualitätssicherungskonzept, und Statusmeldungen aus den Stationen helfen, Einsätze gezielt zu planen statt nach Kalender zu fahren.
Lassen sich WAMO-Daten in bestehende Betriebsleitsysteme integrieren?
Ja. Die Daten stehen als API, als WMS-/WMTS-Layer für GIS-Systeme und als Export bereit und lassen sich an Fachanwendungen, Datenplattformen oder Leitsysteme übergeben. Zugriffsrechte und Sicherheitsanforderungen stimmen wir vorab ab.
Lassen sich Daten mehrerer Kommunen oder Verbandsmitglieder gemeinsam nutzen?
Ja. Rollen- und Rechtekonzepte ermöglichen unterschiedliche Zugänge für Verband, Kommunen, Fachbüros und Behörden. So entstehen gemeinsame Datenbestände, ohne dass alle Beteiligten automatisch auf sämtliche internen Informationen zugreifen.
Für welche Gewässer kommt eine grundnahe Belüftung in Frage?
Vor allem für stehende und langsam fließende Gewässer mit wenig Wasserbewegung: Teiche, Seen, Speicher, Rückhaltebecken und andere Retentionsräume. Kritisch sind geschichtete Gewässer, in denen die Tiefenschicht über Wochen von der Oberfläche abgeschnitten ist und der Sauerstoff dort aufgezehrt wird. Ob eine Belüftung sinnvoll ist und an welcher Stelle sie ansetzen sollte, klären Tiefenprofile von Sauerstoff und Temperatur vor der Planung.
Wie lässt sich prüfen, ob eine Belüftung tatsächlich wirkt?
Über Messungen vor, während und nach dem Betrieb. Sinnvoll ist ein Ausgangszustand über mindestens eine Saison, danach die Beobachtung von Sauerstoff, Temperatur und Schichtung in mehreren Tiefen sowie ein Vergleichsbereich im selben oder in einem ähnlichen Gewässer. Wetter, Zuflüsse und Nutzung gehören in die Bewertung, sonst wird jede Veränderung vorschnell der Anlage zugeschrieben. Aus denselben Messwerten lässt sich der Betrieb der Anlage anschließend nachjustieren.
Landes- und Fachbehörden
WRRL-Umsetzung, operative Überwachung, Messnetzplanung und Wirkungsnachweis.
Wie hilft kontinuierliches Monitoring bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie?
Es ergänzt die behördlichen Überwachungsprogramme um zeitlich hochaufgelöste Messdaten, die Belastungsereignisse, saisonale Entwicklungen und langfristige Veränderungen sichtbar machen. Dadurch lassen sich Messnetze gezielter planen, Ursachenhypothesen prüfen und Maßnahmen belastbarer evaluieren.
Was verlangt die WRRL konkret?
Die Wasserrahmenrichtlinie fordert den guten ökologischen und chemischen Zustand beziehungsweise das gute ökologische Potenzial und arbeitet mit sechsjährigen Bewirtschaftungsplänen und Maßnahmenprogrammen. Die Oberflächengewässerverordnung fordert, Messstellen, Parameter und Frequenzen so auszuwählen, dass eine hinreichend zuverlässige und genaue Bewertung möglich ist.
Ist WAMO ein eigenständiges WRRL-Bewertungsverfahren?
Nein. Die formale Zustandsbewertung basiert auf den rechtlich festgelegten biologischen, hydromorphologischen, chemischen und physikalisch-chemischen Qualitätskomponenten. WAMO liefert ergänzende Daten für Interpretation, operative Überwachung, Messnetzplanung und Wirkungsbewertung. Die fachliche und rechtliche Einstufung bleibt Aufgabe der zuständigen Behörden.
Welche Informationslücke schließt ein kontinuierliches Monitoring?
Bewertungen und Bewirtschaftungspläne betrachten mehrjährige Zeiträume. Viele relevante Gewässerprozesse – Sauerstoffdefizite, Algenentwicklungen, Belastungen nach Starkregen – entstehen jedoch innerhalb weniger Stunden oder Tage. Kontinuierliche Messungen verbinden beide Zeitskalen und schaffen eine Datengrundlage für das tägliche Gewässermanagement.
Wie lässt sich die operative Überwachung unterstützen?
Bei Wasserkörpern, die ihre Ziele voraussichtlich nicht erreichen, helfen zusätzliche Messdaten dabei, Ausmaß und Dynamik der Belastungen genauer zu erfassen. Messparameter, Standorte und Zeitauflösung richten wir dafür an der konkreten Belastungshypothese aus – passend zu der belastungsbezogenen Auswahl empfindlicher Qualitätskomponenten, die die Oberflächengewässerverordnung vorsieht.
Lassen sich Messnetze landesweit priorisieren?
Ja. Gewässer lassen sich anhand von Zustandsdaten, Belastungen, Nutzung, Einzugsgebiet, Maßnahmenbedarf und vorhandener Messdichte in Prioritätsgruppen gliedern. Daraus ist ableitbar, an welchen Standorten zusätzliche kontinuierliche Messungen den größten Erkenntnisgewinn liefern.
Wie unterstützt die Plattform den Wirkungsnachweis von WRRL-Maßnahmen?
Maßnahmen, Zielgrößen, Messstellen und Zeiträume werden gemeinsam abgebildet. Dadurch lassen sich Veränderungen vor und nach einer Maßnahme sowie gegenüber geeigneten Vergleichsbereichen untersuchen. Das ergibt eine nachvollziehbare Grundlage für Priorisierung, Evaluierung und Berichterstattung.
Lassen sich bestehende Landesdaten und Fachverfahren einbinden?
Ja. Die Plattform ist als gemeinsame Zugriffsschicht für unterschiedliche Gewässerdaten angelegt: Messdaten, Berichte, GIS-Ebenen, Wasserkörperinformationen und Maßnahmenstände lassen sich zusammenführen und über eine Kartenansicht zugänglich machen. Welche Systeme direkt angebunden werden, hängt von Schnittstellen und Datenrechten ab.
Wie werden Unsicherheiten und Datenlücken dargestellt?
Messwerte erscheinen immer zusammen mit Qualitätsstatus, Verfügbarkeit, zeitlicher Auflösung und gegebenenfalls Unsicherheiten. Ziel ist keine scheinbare Vollständigkeit, sondern eine transparente Darstellung dessen, was aus den Daten belastbar abgeleitet werden kann – und wo zusätzliche Untersuchungen erforderlich sind.
Sind länder- oder behördenübergreifende Vergleiche möglich?
Ja. Gemeinsame Datenmodelle, standardisierte Metadaten und vergleichbare Auswertungen erlauben die organisationsübergreifende Betrachtung. Unterschiedliche Messverfahren, Gewässertypen und Bewertungsgrundlagen werden dabei transparent ausgewiesen.
Welche neuen Stoffanforderungen kommen auf Behörden zu?
Mit dem EU-Water-Package (Richtlinie (EU) 2026/805, beschlossen im April 2026) verschärft die EU die Vorgaben zu Schadstoffen in Oberflächen- und Grundwasser: zusätzliche PFAS, Pestizide und Arzneimittel, dazu Mikroplastik und Indikatoren antimikrobieller Resistenzen auf den Beobachtungslisten. Die Mitgliedstaaten müssen bis Ende 2027 in nationales Recht umsetzen. Diese Stoffe misst WAMO nicht per Sensor. Die Plattform führt Labor-, Monitoring- und Kontextdaten zusammen, damit Nachweise aus unterschiedlichen Quellen an einer Stelle bewertbar werden. (Stand: August 2026)
Warum reicht die bisherige Mess- und Berichtspraxis häufig nicht aus?
Viele Gewässer unterliegen gleichzeitig Nährstoffeinträgen, strukturellen Veränderungen, Schadstoffen und Klimafolgen. In Deutschland erreichten nach den Daten des dritten Bewirtschaftungszeitraums nur rund neun Prozent der Oberflächengewässer einen guten oder sehr guten ökologischen Zustand beziehungsweise ein gutes Potenzial. Kontinuierliche Daten lösen das nicht allein, helfen aber, Belastungen und Maßnahmen wesentlich gezielter zu verstehen.
Ersetzt die Plattform unser vorhandenes Fachverfahren?
Nein. Fachverfahren, Messnetzdatenbanken und GIS bleiben das führende System für ihre jeweiligen Daten. Unsere Datenplattform legt sich als verbindende Schicht darüber und bringt zusammen, was heute in getrennten Systemen liegt. Sie schreibt nichts in Ihre Fachverfahren zurück und übernimmt keine amtliche Datenhaltung. Der Nutzen liegt in der gemeinsamen Sicht auf die Gewässer, nicht in der Ablösung vorhandener Software.
Welche Datenquellen lassen sich über die eigenen Messstellen hinaus einbinden?
Frei verfügbare und amtliche Daten, hydrologische Grundlagen wie Pegel, Abfluss und Niederschlag, Satellitenarchive für Fläche und Historie, Angaben zu Einzugsgebiet und Gewässerstruktur, Wasserbilanzen sowie Ergebnisse biologischer Untersuchungen. Welche Quelle sich lohnt, entscheidet die Fragestellung: Wir binden ein, was gemeinsam eine bessere Antwort ergibt, nicht alles, was technisch erreichbar ist.
Was ist mit eDNA und Metabarcoding?
Das ist ein Ausblick, kein heutiges Angebot. eDNA-Proben und Metabarcoding könnten künftig Hinweise auf Arten und Biodiversität liefern, die sich mit Sensorik und Satellitendaten nicht erfassen lassen; auch neue bildgebende Verfahren zur Bestimmung von Organismen wären denkbar. Sobald sich solche Methoden im Regelbetrieb bewähren, würden wir sie als zusätzliche Ebene in die Datenplattform aufnehmen.
Quellen: Richtlinie 2000/60/EG (WRRL) · Oberflächengewässerverordnung, Anlage 10 · Richtlinie (EU) 2026/805 · Umweltbundesamt, WRRL-Zustandsbewertung
Berater und Planungsbüros
Datenformate, Schnittstellen und die Zusammenarbeit im Projekt.
In welchen Formaten erhalte ich die Daten?
Standardisierte, exportierbare Formate mit Herkunftsnachweis (Lineage), dazu API-Zugriff und WMS-/WMTS-Layer für QGIS und ArcGIS. Damit sind die Daten direkt in Gutachten und Fachplanungen weiterverwendbar.
Gibt es technische Datenblätter?
Ja, je Produkt. Schnittstellen-Details klären wir projektbezogen.
Wie weit reicht das Satelliten-Archiv zurück?
SWIM greift auf historische Satellitendaten zu, auch für Zeiträume vor dem Sensoreinsatz. Damit lässt sich ein Ausgangszustand rekonstruieren, für den keine Vor-Ort-Messungen existieren.
Können wir e.Ray als Partner in Projekte einbinden?
Gern. Wir arbeiten regelmäßig als technischer Partner in Konsortien und Fachplanungen und übernehmen Messkonzept, Betrieb und Wirkungsnachweis, während die Fachplanung bei Ihnen bleibt.
Dann stellen Sie sie uns direkt.
Limnologen, Fernerkundungs-Fachleute und Ingenieur:innen aus dem e.Ray-Team antworten selbst – ohne Whitepaper-Umweg.