WAMO-Messstation im Sonnenuntergang über ruhigem See
MECKLENBURGISCHE SEENPLATTE · MEER.ZUKUNFT.SEEN

Augustus zuerst, 19 weitere bis Frühjahr 2025

Die erste Station tauften wir auf Augustus – eine kleine Geste für ein großes Vorhaben. Ende September 2024 folgte die zweite Station im Reitbahnsee, ebenfalls in Neubrandenburg. Die verbleibenden 19 WAMO-Plattformen werden bis Frühjahr 2025 in weitere Seen der Mecklenburgischen Seenplatte und des Landkreises Vorpommern-Greifswald eingesetzt.

Was so eine Station leistet: 24 Stunden am Tag, das ganze Jahr über, kontinuierlich Werte erfassen – pH, Sauerstoff, Temperatur, Trübung. Daten, die direkt an die zuständigen Gesundheits- und Umweltämter fließen, automatisiert, ohne Personalkosten für jede einzelne Messung. Die Sensorik kommt von Badger Meter und s::can – Marktführern, die wir seit Jahren in unsere Plattform integrieren.

Ein Vorhaben dieser Größenordnung ist europaweit einmalig.

Was meer.zukunft.seen eigentlich ist

Das Projekt wird von der IKT-Ost AöR (Anstalt öffentlichen Rechts) in Neubrandenburg umgesetzt und ist eines von 73 vom Bund geförderten Smart-City-Modellprojekten in Deutschland. Finanziert vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), soll meer.zukunft.seen digitale Lösungen in einer Region etablieren, die zu den kostbarsten Naturlandschaften Europas gehört: über 2.000 Seen, weitläufige Flussläufe, Anbindung an die Ostsee.

Neben den WAMOs umfasst das Projekt auch Maßnahmen im Bereich E-Learning und digitaler Infrastruktur – die Wasserstationen sind der ökologische Pfeiler. Dass ein Darmstädter Jungunternehmen wie wir bis nach Neubrandenburg liefert, ist für uns selbst noch immer ein Moment der Bestätigung.

Das Problem, das wir lösen

Die manuelle Probenahme zur Bewertung der Wasserqualität an Badestellen erfolgt im Bestand alle vier bis sechs Wochen während der Hauptsaison. Während der kalten Jahreszeit gibt es praktisch keine kontinuierliche Überwachung. Diese Datenlücke kann zu verspäteten Diagnosen führen – und damit zur Gefährdung von Badegästen, wenn sich Algenblüten oder kritische Sauerstoffwerte zwischen zwei Probenahmen aufbauen.

Mit den WAMO-Stationen kehrt sich das Verhältnis um: Die Daten liegen kontinuierlich vor. Die Ämter erhalten ein Frühwarnsystem statt einer Vergangenheits-Stichprobe.

„Für Gewässer gilt schlichtweg das Gleiche wie für den menschlichen Körper: Frühzeitige Diagnosen ermöglichen adäquate Präventions- und Therapiemaßnahmen.“

Diese Metapher zieht sich durch unsere Gespräche mit Kommunen – weil sie stimmt. Wer einen kippenden See behandeln muss, kommt zu spät. Wer den Trend sieht, hat Optionen.

Was die Region davon hat

Die Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald sind Touristenziele für Wassersportler, Paddler, Naturliebhaber. Sauberes Wasser ist nicht nur ein ökologischer Wert, sondern auch ein wirtschaftlicher. Wenn Wasserqualität öffentlich einsehbar wird – im Stundentakt, das ganze Jahr – schafft das Vertrauen. Für Einheimische, die ihren Lieblingsbadesee planen wollen. Für Touristen, die wissen wollen, ob es sicher ist. Für Behörden, die nicht reagieren, sondern vorbeugen.

Sebastian Lemke, unser Gründer und CEO, fasst es so zusammen:

„Nur eine prächtige und wunderschöne Seenlandschaft, die mittels modernster Messtechnologie überwacht und mit effektivsten Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen gepflegt wird, ist auch eine Seenlandschaft, die den Anforderungen der Zukunft gewachsen ist.“

Was als Nächstes kommt

Die 19 weiteren Stationen werden bis Frühjahr 2025 in Betrieb gehen. Parallel arbeiten wir mit der IKT-Ost AöR daran, die Daten in ein gemeinsames Lagebild für Gesundheits- und Umweltämter zu überführen – über das SWIM-Portal, unsere Plattform für satellitengestützte und sensorgestützte Gewässerintelligenz.

Was wir aus Mecklenburg lernen, fließt zurück in unsere Produktentwicklung – und in die nächsten Regionen mit ähnlichen Herausforderungen. Die Mecklenburgische Seenplatte zeigt, dass die Digitalisierung des Gewässermanagements in Deutschland keine Theorie ist. Sie ist Praxis.

Wir freuen uns auf Augustus II.

Nächster Schritt

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